Anorexia nervosa

Erklärung

Die Anorexia nervosa (Anorexia mentalis, Magersucht, Anorexie) ist eine Störung des Essverhaltens, die durch seelische Probleme ausgelöst wird.

Ursache: Bei anorektischen Patientinnen kommt es zu einer Körperschemastörung. Das bedeutet, dass sie sich trotz eines bestehenden deutlichen Untergewichts als übergewichtig wahrnehmen. Trotz gegenteiliger Versicherung des Umfeldes sind die Erkrankten von ihrer Überzeugung nicht abzubringen. Es kommt zu einer extremen Angst vor einer Gewichtszunahme. Schon eine Zunahme von wenigen Gramm löst eine regelrechte Panik aus. Weiters besteht eine Störung des Selbstwertgefühls, das hauptsächlich aus der Fähigkeit besteht, das eigene Gewicht zu kontrollieren.

Psychische Faktoren: Da die Erkrankung am häufigsten im Teenager-Alter beginnt wird eine Störung im Rahmen der psychosexuellen Entwicklung vermutet. Die Betroffenen haben häufig eine ambivalente Einstellung zum eigenen Körper und lehnen die eigene Geschlechterrolle als auch ihre Sexualität ab.

Biologische Faktoren: Bei anorektischen Patientinnen wird eine Störung derjenigen Hirnregion vermutet, die der Steuerung des Essverhaltens und der Sexualität dient. Für eine biologische Verursachung der Magersucht sprechen auch Studien an Zwillingen die eine genetische Veranlagung der Anorexie zeigen konnten. Das klinische Bild der Anorexia nervosa kann über zwei Arten herbeigeführt werden: Bei der Anorexia restrictiva wird der Gewichtsverlust ausschließlich durch Einschränkung der Nahrungszufuhr und / oder verstärkte körperliche Aktivität erreicht. Die Anorexia nervosa mit Gewichtsreduktionsmethoden schließt darüber hinaus selbst herbeigeführtes Erbrechen, Abführmittel- und / oder anderen Medikamentenmissbrauch mit dem Ziel der Gewichtsabnahme ein. Zum Beispiel den Missbrauch von Appetitzüglern, Verwendung von Klistieren, Laxantien oder Diuretika. Die Anorexia nervosa ist eine Krankheit die hauptsächlich in westlichen Industrienationen zu finden ist, das weibliche Geschlecht ist hierbei etwa 15 bis 20 mal häufiger betroffen als das männliche Geschlecht.

Körperliche Folgen: Die körperlichen Folgen werden hauptsächlich durch die Mangelernährung und das extreme Untergewicht verursacht (Body-Mass-Index unter 17,5).

• Herz: verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck, EKG-Veränderungen (besonders: verlängertes QT-Intervall) und Herzrhythmusstörungen ausgelöst durch einen Kaliummangel (Hypokaliämie)

• Blut: Störungen der Elektrolyte, niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) kann zu Bewusstlosigkeit oder Hirnschädigung führen, verminderte Anzahl an Leukozyten und Thrombozyten, ein Absinken des Albumins führt zu Ödembildung

• Hormone: niedrige Konzentrationen von Geschlechtshormonen (LH, FSH, Östrogen), dadurch: Amenorrhoe, Unfruchtbarkeit, verringerte Libido, eventuell fehlendes Wachstum der Brust. Niedrige Konzentration von Schilddrüsenhormonen. Leicht erhöhte Konzentration von Glukokortikoiden.

• Knochen: Osteoporose durch eine verringerte Östrogenproduktion als auch durch einen erhöhten Cortisolspiegel

• Zähne: Erosionen durch Magensäure

Weitere Symptome sind Kälteempfindlichkeit, Verstopfung, Kreislaufbeschwerden bei niedrigem Blutdruck und Puls, brüchige Haare mit diffusem Haarausfall, trockene Haut Lanugobehaarung an Rücken, Armen und Gesicht. Etwa 10 % der Erkrankten sterben — entweder durch Komplikationen wie den plötzlichen Herztod oder Infektionen, oder aber durch Suizid. Ein Teil der überlebenden Patienten leidet zeitlebens an chronischen Zuständen wie Osteoporose oder Niereninsuffizienz.

Synonyme für Anorexia nervosa

Anorexia mentalis, Anorexia nervosa, Anorexie, Magersucht
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