Chronische Arsenvergiftung

Erklärung

Arsen (As) ist das chemische Element mit der Ordnungszahl 33 des periodischen Systems. Es gehört zu den Halbmetallen, da es je nach Modifikation metallische oder nichtmetallische Eigenschaften zeigt.

Vorkommen:

Arsen kommt ubiquitär im Boden in geringen Konzentrationen von bis zu 10 ppm vor, unter anderem auch als Arsenkies (FeAsS) und als Begleiter von Zinkblende oder Eisenkies bzw. Schwefelkies. Kationisches Arsen tritt in vielen Ländern im Grundwasser in hohen Konzentrationen auf. Durch Auswaschungen aus Arsen-haltigen Erzen trinken weltweit über 100 Millionen Menschen belastetes Wasser, besonders in Asien.

Arsen wird häufig in der Keramik- und Glasindustrie (Farbpigment Kupferarsenat: „Pariser Grün“), in Halbleitern, Fungiziden (Holzschutzmitteln) und Schädlingsbekämpfungsmitteln verwendet.

Die Aufnahme von Arsen erfolgt über Atemwege, Magen-Darm-Trakt, als auch transkutan. Arsenverbindungen werden leicht über den Magen-Darm-Trakt resorbiert und größtenteils in Muskeln, Knochen, Haut, Haaren, Nägeln, Nieren und Lungen gespeichert.

Wirkungsweise:

Arsen wirkt über biochemische Prozesse, wie z.B. beim zellulären Energiestoffwechsel, rezeptorvermittelten Transportvorgängen, der DNA-Reparatur und bei der Signaltransduktion auf den Körper ein. Unter anderem kommt es zur Inaktivierung von Tumor-Repressor-Proteinen, was ein erhöhtes Krebsrisiko nach Arsenvergiftungen erklärt.

Symptome:

Die Symptome chronischer Arsenvergiftungen sind weniger auffällig als bei einer akuten und können daher leichter übersehen wird. Im Einzelnen sind dies dunkle Hautveränderungen in Form von Melanosen, fleckförmiger oder diffuser Haarausfall, Durchblutungsstörungen, Konjuktivitis, Polineuropathie, Benommenheit, Depressionen, Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Charakteristisch ist das Auftreten von hellen Mees-Streifen auf den Fingernägeln und Arsenkeratosen (warzenartige Hyperkeratosen) besonders an den Handflächen und Fußsohlen. Nach Speicherung in Leber, Nieren und Haut wird Arsen nur langsam aus dem Körper eliminiert.

Die chronische Arsen-Vergiftung führt initial zu einem Abfall des Hämoglobins im Blut, was zu einer reaktiven Polyglobulie führt.

Klinisch finden sich hier nach Jahren der Arsen-Exposition Trommelschlegelfinger, Uhrglasnägel und Schäden an den Blutgefäßen, was zum Absterben der betroffenen Regionen (Black Foot Disease) führt.

Mutagenität und Teratogenität Eine chronische Arsenbelastung geht mit einem erhöhtem Krebsrisiko einher. Vor allem Hautkrebs, Lungenkrebs, Blasen- und Bronchialkrebs sind mit Arsen assoziiert. Erklärt wird dies durch die Inaktivierung wichtiger Zellproteine, die für das Verhindern einer Tumorentstehung mitverantwortlich sind.

Symptome bei akuter Toxizität

respiratorische Aufnahme: Akute Vergiftungen sind selten und meist inhalativ durch Arsenwasserstoff bedingt. Erstsymptome sind Hustenreiz, Atemnot, Brustschmerzen - danach Durchfälle, Brechreiz, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Verwirrtheitszustände und Krampfanfälle. Herzinsuffizienz und Kreislaufversagen sind möglich. Höhere Dosen bewirken Dyspnoe, Zyanose, rot-schwarze Verfärbung des Urins durch Methämoglobin- und Oxyhaemoglobinbildung. Durch die Hämolyse kommt es zu einer Beeinträchtigung von ZNS, Leber und Nieren.

orale Aufnahme: Eine akute Arsenvergiftung ruft innerhalb einer Stunde Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfälle hervor. Infolge der damit einhergehenden Wasser- und Elektrolytverluste kann es zu Kreislaufstörungen bzw. Kreislaufversagen kommen. Zusätzlich sind Krämpfe, ZNS-Störungen mit Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schüttelkrämpfe und Bewußtseinsstörungen möglich.

Synonyme für Chronische Arsenvergiftung

Chronische Arsenintoxikation, Chronische Arsenvergiftung
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