Das Sjögren-Syndrom (Synonym: Sicca-Syndrom) ist eine Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen, bei der sich Immunzellen gegen die exokrinen Drüsen der Schleimhäute richten. Die Folge ist eine chronische progrediente Entzündung mit morphologischen Veränderungen des Drüsengewebes und verringerte Sekretbildung. Die Erkrankung betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer (9 : 1) und tritt meist nach den Wechseljahren auf.
Das Sjögren-Syndrom manifestiert sich in einer chronische Parotitis, Keratokonjunktivitis sicca (Versiegen der Sekretion von Tränendrüsen) und Xerostomie (Mundtrockenheit). Die Symptome korrelieren mit dem jeweiligen Versiegen der Sekretion in den betroffenen Drüsen. Die Hauptfolgen sind Mundtrockenheit (Xerostomie), Trockenheit der Augen und eine dadurch ausgelöste Keratokonjunktivitis sicca. Durch die chronische Entzündung kann es bei den Betroffenen zu Allgemeinbeschwerden wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit kommen.
Durch die zu geringe Tränensekretion kommt es zu Reizungen der Bindehaut und der Hornhaut des Auges. Die Folge sind trockene, juckende, brennende, gerötete Augen mit Fremdkörpergefühl bei Lidschlag.
Es kommt bei verminderter Speichelbildung zu Schleimhautveränderungen wie zum Beispiel Bläschen oder kleinen Geschwüren an den Lippen und Mundschleimhaut, aber auch häufiger zu Zahnfleischentzündungen und zu Zahnkaries. Weiters findet sich durch die trockene Zunge eine Verminderung des Geschmackssinnes.
Die Trockenheit der Nasenschleimhaut führt vermehrt zur Bildung von festen Nasenborken, was mit einer Verminderung des Geruchs- und Geschmackssinnes einhergeht.
Vermindertes Speichel- und Schleimhautsekret führt zu Heiserkeit, häufigem Räuspern und Schluckbeschwerden.
Geringere Mengen an Bronchialsekret bedingen im Sinne einer Bronchitis sicca trockenen Reizhusten und Atemnot.
Im Rahmen einer verminderten Pankreassekretion kann es zu Verdauungsstörungen und in weiterer Folge zu Mangelerscheinungen kommen. Haarausfall ist ein mögliches Anzeichen für eine Mangelernährung (zum Beispiel: Eisenmangel) oder kann als Alopecia medicamentosa unter der Therapie des Sjoegren-Syndroms mit Antimalariamitteln, Immunsuppressiva oder Zytostatika auftreten.
Die vaginale Trockenheit führt zwangsläufig zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und erhöht die Infektionsgefahr gegenüber verschiedener Erregern.
Es kann zu Gelenksschmerzen (Arthralgien) oder auch zu Entzündungen (Arthritis) kommen, wobei das Sjögren Syndrom in der Häufigkeit direkt nach der rheumatoiden Arthritis kommt.
Wenn das Sjögren-Syndrom zusammen mit einer anderen Autoimmunkrankheit auftritt, spricht man von einem "sekundären Sjögren-Syndrom". Meistens handelt es sich dabei um eine Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, primär sklerosierende Cholangitis, Hashimoto-Thyreoiditis oder einen Lupus erythematodes.

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