Thalliumvergiftung

Erklärung

Thallium und thalliumhaltige Verbindungen sind hochgiftig und müssen daher mit größter Vorsicht gehandhabt werden.

Verwendet wird Thallium bei der Myokardszintigrafie, in einigen Ländern noch als Rattengift, in Thermometern als Quecksilberlegierung, in Fotozellen aber auch in anderen Produkten.

Eine Dosis von ca. 800 mg ist Thallium für Erwachsene bereits tödlich. Bei einer akuten Vergiftung sind vier Phasen zu beobachten:

Die erste Phase ist recht allgemeinsymptomatisch. Die Patienten haben abwechselnd Durchfall und Verstopfungen. Außerdem sind n dieser Phase bereits Veränderungen der Haarwurzeln zu erkennen, die dann meist mit dem 13. Tag in den für eine Thalliumvergiftung typischen Haarausfall an bestimmten Körperstellen in unterschiedlicher Ausprägung übergeht. In der zweiten Phase stellen sich neurologische und psychische Veränderungen ein, die sich als übermäßige Schmerzwahrnehmung an peripheren Körperteilen bemerkbar machen. Die Vergiftung kulminiert dann in der dritten Phase nach dem 10. Tag der Inkorporation. Es stellen sich schwere Sehstörungen ein, die durch die Lähmung der entsprechenden Hirnnerven bewirkt werden. Die erhöhte Herzaktivität (Tachykardie) erklärt sich durch Einwirkung des Thalliums auf die Erregungsbildung des Sinusknotens und auf die Erregungsweiterleitung, die durch die daraus resultierenden Herzrhythmusstörungen in die letal verlaufende Tl-Vergiftung mündet. Mit der dritten Woche der Vergiftung sinkt die Wahrscheinlichkeit eines letalen Ausganges der Vergiftung und die Spätphase (vierte Phase) stellt sich ein. Hier zeigen sich meist irreversible Schäden an Nervenfortleitungen der unteren Körperteile, gestörte Reflexe und Muskelschwund. Es kann eine dauerhaft herabgesetzte geistige Leistungsfähigkeit zurückbleiben. Die Körperbehaarung entwickelt sich dann nach wenigen Monaten wieder neu.

Geringere Mengen führen zu einer chronischen Vergiftung, die längere Zeit unerkannt bleiben kann, dies weist dann allerdings meist auf eine beabsichtigte Vergiftung hin, da eine natürliche Aufnahme toxischer Mengen kaum gegeben ist.

Gegengift Bei akuter Thalliumvergiftung wird Eisen(III)-hexacyanoferrat(II) =Berliner Blau (z.B. Thallii-Heyl®) eingesetzt, da es Thallium durch Kationenaustausch im Darm binden und damit ausscheiden kann.

Synonyme für Thalliumvergiftung

Thalliumintoxikation, Thalliumvergiftung
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